Fragen/Tipps zu verschiedenen Gemüsen/Salaten.
Bisher diskutierte Gemüse/Salatsorten
(Stand der Zusammenfassung: 15.3.2018), alphabetisch:
-->Kartoffeln (vermehren/züchten)
-->Kohlrabi, aufgeplatzt , -->Kohlrabi, Pflege allgemein
-->Lauch (abschneiden bei Fliege/wurm, wächst nach)
-->Rote Beete1 -->Rote Beete2 (vereinzeln)
-->Tomaten , -->Tomaten ausgeizen
Allgemein:
-->Vereinzeln von angesäten Pflanzen
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Wenn das hier zu umfangreich werden sollte (trotz bereits existierender Garten-Informationsquellen im Internet, siehe -->Gartenlinks im Internet , dann können auch noch Kategorien zur Strukturierung des Forums eingerichtet werden.
Ansonsten sind die bisherigen Forums-Themen mehr nach Aktivitäten (Nachpflanzen, Ernten, Lagern/Einmachen, ... Bezugsquellen, Info-Links, ...) strukturiert (siehe -->Themen und -->Übersicht ), aber das kann sich ja auch noch ändern, je nach Bedarf.
Fenchel :
weiß jemand, warum der Fenchel keine Samen angesetzt hat?? Ich habe nachgelesen - er sollte am besten am 29.Sept., dem Michaelstag geerntet werden - aber da war nun nichts....
(aus einem Blog: http://krautgarten.ning.com/profiles/blog/show?id=6439660%3ABlogPos... )
Antwort :
Ich bin ja Anfänger, aber vielleicht gibt dieser Ausschnitt des"Handbuch Bio-Gemüse" einen Hinweis (Seite 115) und es ist eine Sortenfrage, ob die leichter Knollen oder Samen machen:
"Der Gemüsefenchel und der Gewürzfenchel (var. dulce) sind botanisch die gleiche Art und können sich daher auch verkreuzen. Der Gemüsefenchel bildet verdickte Blattscheiden, die sogenannten Fenchelknollen. Beim Gewürzfenchel werden Samen und Blätter zum Würzen von Speisen, zum Knabbern oder als verdauungsfördernder Tee genutzt."
Die Literaturliste/Linkliste ist zu finden im Forum ( http://krautgarten.ning.com/forum ) unter: http://krautgarten.ning.com/forum/topics/garten-links
dort z.B. http://www.bio-gaertner.de/pflanzen/Fenchel/Alle
PS: "Handbuch Samengärtnerei" (siehe http://krautgarten.ning.com/forum/topics/garten-links ), Seite 87, unter dem Stichwort Gemüsefenchel : "... Die Samen benötigen sehr lange zur Ausreife. Herrscht im Spätsommer/Herbst feuchtes/kühles Wetter, kann es sein, dass die Samen nicht mehr abreifen" ...
und unter dem Stichwort Gewürzfenchel : " ...Er kann im Frühjahr angebaut werden, geht direkt (ohne den "Umweg" der Knollenbildung) in Blüte und kann daher noch im selben Jahr beerntet werden. Eine Samenernte im Folgejahr ist allerdings ertragreicher. Es gibt grüne und bronzefarbene Formen des Gewürzfenchels. ..."
Lieber Jonas - vielen Dank für die Infos! Feuchtes kühles Wetter hatten wir ja - und vielleicht war es auch die Sorte. Danke, dass Du meine Blog-Einträge an die richtige Stelle verschoben hast - ich bin damit noch Neuling .
Artischocken
Zur Frage von Gerdi anderswo im Forum --> Link :
hat jemand erfahrung mit artischocken? ich habe gehört, dass man sie schon sehr früh (sprich jetzt) vorziehen muß, habe aber bedenken, dass sie dann auch sehr "staksig" werden, weil man sie ja erst spät rausstellen kann. angeblich könnte man die pflanzen im herbst ausgraben und im keller oder kaltem raum überwintern und im jahr drauf wieder auspflanzen.
artischocken sind sicher eine kleine spinnerei, aber ich finde die pflanzen einfach wunderschön und darum auch eine optische bereicherung, aber natürlich auch eine ausgesprochen wohlschmeckende abwechslung im gemüsealltag.
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Ich habe selber keine Erfahrung, aber die Frage hat mich neugierig gemacht und ich habe im sehr schönen Buch Handbuch Bio-Gemüse (siehe --> Garten-Links im Netz ) nachgesehen:
Die Artischocken ziehen im heissen mediterranen Sommer ein (d.h. vermutlich, dass das obere verwelkt) und treiben aus, wenn es wieder kühler wird.
Zum einjährigen Anbau heißt es auf Seite 262: " Für den einjährigen Anbau wird bereits Anfang bis Mitte Jänner ausgesät. Nach 4-6 Wochen Vorkultur die pflanzen über weitere 4 Wochen einem Kältereiz von 3-5 Grad aussetzen, ab Mitte März auspflanzen, ... " (naja, wenn es so kalt ist wie jetzt wohl auch später?)
Zum mehrjährigen Anbau heisst es: ". .. hat sich folgende Überwinterungsmethode am besten bewährt: Die Artischockenpflanzen werden Ende Oktober Anfang November ausgegraben und zurückgeschnitten. Die Pflanzen überwintern problemlos (in Töpfen gepflanzt) im unbeheizten Folienhaus. Hier treiben sie allerdings meist schon im Februar los: diese Neutriebe sind im Gegensatz zum Wurzelstock extrem frostempfindlich (und wenn die Triebe erfrieren geht in Folge auch immer der ganze Wurzelstock zu Grunde). Daher die Wurzelstöcke zu Beginn ihres Neuaustriebes rechtzeitig aus dem Boden holen und an einem frostsicheren Ort bringen. Die 10-15 cm langen Neuaustriebe, die knieeartig aus dem Wurzelstock wachsen mit einem scharfen, sauberen Messer mit glattem Schnitt herausschneiden. ... Die so herausgeschnittenen Neuaustriebe können wie Stecklinge zur Bewurzelung in Töpfe gesteckt werden. Dabei erhält man zum Auspflanzen nach den Eisheiligen ... Dem Wurzelstock selbst belässt man 2-4 der kräftigsten Austriebe ... "
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In der von der Krautgarten-Organisation bzw. der vom Gut Riem empfohlenen Literatur der Gartenakademie ( --> Link ) steht auch etwas zu Artischocken ( --> Link ):
"...
Vorkultur
- für Ernte im ersten Jahr Aussaat Mitte Februar in Saatschalen, bei 22 °C, Aussaaterde verwenden
- nach der Keimung kühler stellen (12 °C), nach 3 Wochen in Töpfe pikieren - ab April abhärten
Pflanzung
- Mitte Mai; Vliesabdeckung bei kühlen Temperaturen, nur kräftige Jungpflanzen bilden im ersten Jahr Blüten; Platzbedarf 1 m2 je Pflanze, gut angießen
- bei Topfkultur bessere Überwinterungschancen
..."
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Gerdis Frage nach konkreter Erfahrung mit Artischocken bleibt im Raum ...
Knoblauch
Hat jemand von Euch im letzten Jahr Erfahrung mit dem Anbau von Knoblauch gemacht? Ich habe gehört, dass es Frühlings- und Herbstknoblauch gibt. Muss man Pflanzknoblauch nehmen oder kann ich einfach meine Knoblauchzehen aus der Küche in die Erde stecken?
Jetzt wurde mein Recherche-Ehrgeiz geweckt:
In einem meiner Lieblingsbücher ( -->Handbuch Biogemüse ) steht auch einiges zu Lauchgemüse im Allgemeinen und Knoblauch im Speziellen (dort sind so viele Zwiebeln beschrieben, dass ich sofort Appetit auf Zwiebelsuppe bekam ...). Seite 490ff: Frühlingsknoblauch ist kleiner, der Herbstknoblauch braucht zwei Gartenjahre zur Ausreife. Man kann "Brutknöllchen" oder Zehen setzen. Der Boden darf nicht zu schwer sein (Lehm, nass, ...). Aus den Brutknöllchen werden im ersten Jahr die "Rundlinge", im zweiten Jahr die Knollen. (Brutknöllchen muss man anbauen, das führt jetzt zu weit, der Artikel geht über acht Buchseiten, ich bring das Buch zum ersten Treffen des Riemer Standortes mit (Saatguttausch, Bücher-Schau, Austausch, ... siehe -->Link ).
In den LWG Infoschriften , auf die in den -->Krautgartenbriefen hingewiesen wurde, gibt es auch ein -->Infoblatt zum Knoblauch . Die LWG schreibt: "Die Vermehrung erfolgt über Zehen, die nicht vom Lebensmittelhandel stammen sollten." Warum schreiben sie nicht ... Im Gegensatz zum Bio-Gemüse-Buch schreibt die LWG "Tiefgründige, gut bearbeitete und etwas schwerere Böden in offener und sonniger Lage sind vorteilhaft. Stauende Nässe wird nicht vertragen." Interessant auch: "Die Pflanze selbst enthält die von vielen Menschen als unangenehm empfundenen Geruchsstoffe praktisch nicht. Erst beim Verzehr und bei der Verarbeitung entstehen das Allicin und die Polysulfide, die den Knoblauchgeruch verursachen. Allerdings sind es auch gerade diese Substanzen, die hauptsächlich für die positiven Wirkungen des Knoblauchs auf die Gesundheit verantwortlich sein sollen."
Im einem Internet-Nachschlagewerk steht auch was zu Knoblauch, das mich auch interessiert: angeblich ist das gut gegen Mehltau ... -->Link Das werde ich sofort versuchen (neben Schachtelhalm; Hilfsmittel siehe hier im Forum -->Link )
Erbsen :
Bericht : die Erbsen sahen gestern noch besser aus: heute waren sie angenagt, siehe Bild. Die Biss-Stellen erinnern mich an die Löcher im Rettich-Laub letztes Jahr.
Fragen :
Weiss jemand, welches Tier das macht? (Hase vermutlich nicht, dafür ist es zu systematisch (war auch auf den Nachbarparzellen, an allen Erbsen-Pflanzen) und die Löcher sind auch etwas klein für Hasen-Biss-Spuren).
Ist das nur in Riem, oder auch auf den anderen Standorten?
Reicht ein Insekten-Netz, um das zu unterbinden? (Siehe die -->Diskussion zur Temperatur unter dem Vlies ) oder ist das nicht engmaschig genug?
Das sieht nach Erdflöhe aus.
Ah, danke: das könnte es wirklich sein: -->Wikipedia
SchadbildDie Anzeichen für einen Erdflohbefall zeigen sich an den Blättern, die kleine, ein bis zwei Millimeter große, meist rundliche Löcher aufweisen, bei denen die obere und untere Blatthaut erhalten bleibt (sog. Fensterfraß). Oft ist nur das Blattgewebe abgeschabt. Wenn Kälte oder Trockenheit das Wachstum der Jungpflanzen verlangsamen, fressen die Erdflöhe oft so viel Blattfläche, dass die Saat eingeht.
...
Ich frage mich nun: wenn ich ein Vlies oder Netz drüberlege: sperre ich die Käfer dann nur in der Speisekammer ein, oder halte ich sie draussen? Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren.
Zu Erdflöhen steht im -->Buch "Biologischer Pflanzenschutz" (das vom Gut Riem empfohlen wurde) auf Seite 69:
" Erdflöhe
Die kleinen glänzend schwarzen Blattkäfer können auffallend weit springen - ähnlich wie Flöhe.
Schaden: Vor allem im Frühling fressen die Erdflöhe, die hungrig aus dem Winterschlaf erwacht sind, Löcher in die Blätter von Radieschen, Kohlrabi und Rettich. Diese sehen dann aus wie durchsiebt.
Naturgemäße Abwehr: Erdflöhe lieben die trockene Erde. Halten Sie die Beete feucht und mulchen Sie. Zur Abwehr können Sie auch Wermut- oder Rainfarn-Tee spritzen.
Handels-Präparate: Normalerweise sind stärkere Mittel nicht nötig. Verwenden Sie notfalls nützlingsschonende Niembaum-Präparate. "
Auf dem Infoblatt der LWG, das bei den Informationsveranstaltungen auslag, steht: ". .. Reduzierung der Larvenentwicklung durch Boden feuchthalten und öfers lockern, Pflanzen mit Gesteinsmehl überstäuben, spezielles Erdflohnetz "
Laut Schreiben der Krautgärten vom 13.1.2012: Biologische Pflanzenschutzmittel sind nur nach vorheriger Indikation zulässig, chemische dürfen nicht angewendet werden. D.h. wir müssen beim -->Krautarten-Telephon anrufen und fragen (sind es wirklich Erdflöhe und was tun ...). Wer das tut und dieses liest, kann die Antwort gerne hier anfügen ...
Ich werde also bei den Erbsen erst mal nicht nur in der Pflanzreihe giessen, sondern das ganze Beet, lockern und einer Antwort des -->Krautgarten-Telephons harren (ich selber vergesse in der Arbeit meist, dort anzurufen ...)
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PS: (8.5.2012) Habe allgemein nachgefragt: auch für Pflanzenstärkungsmittel ist eine Indikation notwendig: man soll auf jeden Fall beim -->Krautgarten-Telephon anfragen.
Ich glaube eher es ist der Blattrandkäfer. Erdflöhe fressen kreisrunde Löcher, das Blatt schaut dann aus wie ein Sieb. Ich hab jetzt noch nichts gefunden, was gegen den Blattrandkäfer hilft. Ich wälze morgen mal die Bücher. In Hohenbrunn gibt es das Schädlingsbild auch bei den 30er Parzellen.