Hier ein kleiner Bild-Bericht von einem Besuch bei Erwerbs-Bio-Gemüsebauern:
Bild 1: Maschine für Pflanz-Presstöpfe und zum Bestücken mit Bio-Saatgut: so (oder ähnlich)
entstehen vermutlich auch die Bio-Jungpflanzen, die wir SGM-KrautgärtnerInnen bekommen ..

Bild: die Maschine in Gesamtansicht:

Bild: ich hatte mich schon immer gefragt, was der Sand auf den Jungpflanzen soll ..
Es geht um gleichmässige Feuchtigkeit, vor allem nicht zu viel (abverdunsten ..),
damit keine Pilze (Mehltau, Schimmel, ..) entsteht .. Ausserdem liegt das Saatgut nur
in einer kleinen Mulde im Pflanz-Presstopf (zum Substrat könnte man auch eine ganze
Seite schreiben) und der Sand deckt das Saatgut ab und stabilisiert den Stängel
und er ist hell (Reflektion von Licht zur Pflanze, nicht Absorption im Würfel ..).
Die Pilze sind überhaupt grosses Thema in den Gewächshäusern:
unten darf kein Beikraut sein, damit die Stängel abtrocknen können,
die Beregnung erfolgt nur unten, Heu war auch auf dem Boden, in den Gängen.
Ausser dem ist Licht Thema: 1% mehr Licht bringt 1% mehr Ertrag: die Rohre
im Gewächshaus sind daher weiß gestrichen (Licht reflektieren und nicht absorbieren)
und in neueren Gewächshäusern gibt es riesige 2m x 2m Scheiben, die man nur mit
einem Kran einsetzen kann, damit möglichst wenig Gestänge Licht wegnimmt ..
Wallenburg stellt seine Jungpflanzen alle selber her, um flexibel reagieren zu können
und die Qualität genau kontrollieren zu können: das Gut liegt hoch und hat relativ viel Regen,
d.h. man muss flexibel auf Fröste und Niederschläge reagieren können ..

Bild: Es gibt auch Jungpflanzen beim grossen Bioladen am Hof (eine Bio-Kiste gibt es auch):

Bild: in den Gewächshäusern werden Nützlinge eingesetzt, die Schädlinge biologisch in Schach halten.
Ausserdem gibt es Hummel-Völker, die die Pflanzen im Haus bestäuben (ein Spezialversand liefert
solche Dinge für den professionellen Bio-Gemüseanbau ..). Die Gurken und Tomaten hängen bei den
nicht so hohen Gewächshäusern an Schnüren: wenn sie zu lang werden, wird die Schnur etwas weiter
abgewickelt und die Einhängung oben weiter zur Seite gezogen (daher sah es in einem Gurkenhaus
sehr schräg aus ..). Die Qualitätskriterien sind sehr hoch: wenn die Hummeln auch nur eine Blüte
nicht richtig befruchten (die Tomate wächst dann trotzdem, aber sie bleibt klein und hat keine Kerne,
ist mithin unverkäuflich), dann summiert sich das auf der Fläche zu hohen Verlusten, die den Kosten
gegenüberstehen ..

Bild: auch im Freiland wird angebaut, insgesamt 3,5 Hektar, 35000 Quadratmeter
(man vergleiche mit den Krautgartenflächen: 30 qm versus 35000 qm .. das sind
über tausend Parzellen ..).

Bild: Hinweisplane des Biogutes .. Der Besuch fand im Rahmen des zweijährlichen Ausfluges
der Ehrenamtlichen vom Sonntagscafé des Ökologischen Bildungszentrum in München statt ..
(Führungen gibt es nicht immer, die Arbeit ist sehr viel im Bio-Gemüseanbau)
Er hat sich sehr gelohnt ..

Landschaftlich liegt das Gut sehr schön: wer an der Raststätte Irschenberg ist und vielleicht
beim Café Dinzler einkehrt oder die Rösterei dort besichtigt, der ist nicht allzu weit weg vom Gut
und vom Hofladen .. (Bio-Jungpflanzen ..)
Bilder: Röstereihalle von Dinzler (hochwertigster Bio-Kaffee und Bio-Espresso,
sehr schonend und säurearm geröstet (vielleicht nicht der Kaffee für jeden Tag,
aber für besondere Anlässe oder als Geschenk für Kaffee-Liebhaber ..)
und ein schönes Café mit wundervollen Kuchen


Siehe auch:
-->Handsaatmaschine des Gutes Riem (die KrautgärtnerInnen bekommen Parzellen mit vorgesäten Reihen und Bio-Jungpflanzen)
Reflektion von Licht
PS: Das mit der weissen Farbe funktioniert nicht nur bei Gewächshäusern und Sand auf Jungpflanzen,
sondern auch in Indien um bei extremer Hitze die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern:
Artikel von Thomson/Reuters: http://news.trust.org/item/20170703001112-vrk6t