By Adretta Flox, 17 Juli, 2013
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Kapuzinerkresse, Tagetes, Saubohnen als Beipflanzung zur Kartoffel sehen doch bezaubernd aus, oder?

Außerdem helfen Taubnessel und Pfefferminze ...

Schnecken fressen auch Kartoffelblätter. Und dann gibts da noch die grausame Krautfäule und und und ... Daher reicht das Absammeln der Kartoffelkäfer-Larven für optimales Kartoffelwachstum oft nicht aus. Um alle Probleme auf natürliche Weise in Schach zu halten, kann ich euch Mischkultur statt Reihenkultur wärmstens empfehlen. Da hilft sich die Natur gegenseitig.

Und wenn sich dann doch einmal ein  Kartoffelkäfer zu euch verirrt - ich denke, wir Biogärtner teilen gerne mit der Natur, höchster Ertrag ist doch nicht so wichtig ... und wems zuviel wird, der kann dann immer noch die wenigen Larven/Käfer absammeln.

Wer mehr über Beipflanzungen erfahren möchte: Habe auf meiner  Website einiges zusammengestellt - noch nicht perfekt ist, aber ich bleibe dran. Viel Spaß damit!

manuela ballmann

vor 12 years 8 months

mischkultur machen wir, hilft nicht viel.

leider kann man zur zeit wirklich nicht von "den wenigen larven" sprechen, bei einer parzelle ist das ganze grün abgefressen und wenn die larven erst mal käfer sind hat sich die population in windeseile vervielfacht.

wir waren in den letzten beiden jahren sehr verwöhnt in hohenbrunn was den kartoffelkäfer angeht, deswegen schauen viele leute wahrscheinlich auch gar nicht, weil sie nicht daran denken...

Jonas

vor 12 years 8 months

Ich mache auch Mischkultur, in verschiedenen Varianten (von nichts zusätzlich bis viel in den Reihen und auch ohne Reihen, Kraut und Rüben). (Hier eine Sammlung von Mischkultur-Beiträgen des Krautgarten-Forums, auch dieser Beitrag hier ist dort verlinkt: -->Mischkultur )

Mischkultur hat den Vorteil, dass der Boden nicht so austrocknet (Wasser, Bodenleben, ...) und dass Schädlinge tendenziell (aber leider alles andere als zuverlässig, siehe Manuelas Beitrag) keine (Klein-)Monokultur vorfinden, in der sie sich explosionsartig vermehren können.

Aber es gibt auch Nachteile gegenüber dem nackten Boden (den ich selber nicht so mag und eigentlich als unnatürlich empfinde): die Schnecken sind deutlich mehr, wenn es schön kühle, feuchte Rückzugsgebiete gibt, und manchmal habe ich auch den Eindruck, dass meine Mischkultur zu dicht ist und die Nutzpflanzen im Wachstum einschränkt (wobei ich natürlich versuche, Nutzpflanzen in Mischkultur zu kombinieren).

Bei den Kartoffelkäfern ist es vor allen wichtig, die Gelege zu entfernen: ein Gelege gibt ca. 40 Larven, das reicht (Mischkultur hin oder her) für völligen Kahlfrass einiger Kartoffelpflanzen und sorgt für neue Kartoffelkäfergenerationen. Die Käfer selber fressen nicht so viel, die Larven müssen von punktgrossen Eiern zu grossen Kartoffelkäfern werden und fressen gnadenlos alles kurz und klein, bis nichts mehr da ist, ich habe das öfter gesehen, in Mischkultur und ohne.

Ich finde, man kann/sollte versuchen, den Befall durch Mischkultur zu minimieren, aber wenn Befall da ist, muss er weg, sonst vervielfacht sich das Problem sehr schnell (1 Käfer -> 40 Käfer -> 1.600 Käfer -> 64000 Käfer -> ...), da der Käfer hierzulande keine natürlichen Fressfeinde hat: er (bzw. seine Larven) hören erst dann auf zu fressen, wenn nichts mehr da ist (bzw. dann gehen sie an Auberginen, Tomaten, ...)

Andrea

vor 12 years 8 months

Mischkultur will ich nächstes Jahr auch vermehrt ausprobieren, das hört sich alles sehr schlüssig an hier, dieses Jahr (1. Jahr im neuen Krautgarten Obermenzing) habe ich viele grüne ordentliche Reihen, ausschließlich Gemüse ( Ausnahme sind Wicken, die mühen sich aber noch sehr, um an ihrem Asthäuschen hochzuklettern).

Zu den Kartoffeln: Gießt man die jetzt oder nicht? Da weiß jeder was anderes. Jetzt bei der langen Trockenheit vielleicht doch? Meine Kartoffeln scheinen doch teilweise die Kartoffelfäule zu haben, das Kraut wird an mehreren Stellen braun, Blüten fast gar keine. Na ich lasse mich überraschen, was in der Erde passiert! Taubnesseln dürfen wachsen, außerdem gibt es die sehr viel im Brachland außen herum, Kartoffelkäfer oder Larven wurden noch nicht gesichtet.

Adretta Flox

vor 12 years 8 months

Anbau Kartoffel: Viele Wege führen zum Ziel


Hallo Andrea, beim Garteln hat so jeder sein eigenes Konzept. Ich machs so:

- Extra Gießen tu ich die Kartoffeln nur in der Blütezeit bei extremer Hitze.

- Wenn es lange nicht regnet, gieße ich Beipflanzungen wie Tagetes, Bohnen, Pfefferminze etc. Davon profitieren dann auch die Kartoffeln.

- Beim Gießen achte ich darauf, dass ich die Kartoffelblätter nicht benetze.

- In Hauptwindrichtung steht die Kartoffel mindestens auf einer Seite offen. Die Blätter müssen im Wind flattern können.

- Entgegen vieler Meinungen, entferne ich Blätter mit braunen Stellen: Lieber weniger Grün, als dass Fäule etc. entlang dem Stängel nach unten kriecht und in die Knollen wandert.

Der Ertrag schwankt bei mir je nach Jahr und Sorte: knapp 1 kg (Bamberger Hörnla) bis zu 3 kg (Linda) je Pflanze. Für mich ist das OK. In Mischkultur schauen selbst Kartoffelbeete immer hübsch aus und viele Insekten tummeln sich. Das erfreut mein Auge und mein Herz.

Andrea

vor 12 years 8 months

Danke, Adretta, für die vielen guten Infos. Sind immer hilfreich und eine Portion eigenes Bauchgefühl dazu, dann passt es.