By Monika Kluge, 20 April, 2012
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Mischkultur (Quelle: http://news.krautundrueben.de/ff/ch.php?cmd=go1745401068&vas=60961725 )* Kräuter im Gemüsebeet

Freunde für einen Sommer lang

 

Basilikum fuhlt sich wohl in der Umgebung von warmeliebenden Pflanzen wie Gurken, Fenchel, Tomaten oder Paprika. Es fordert den Fruchtansatz, indem es bestaubende Insekten anlockt und verzogert bei Gurken den Ausbruch von Mehltau.

 

Bohnenkraut gehort aufs Bohnenbeet. Es schutzt die Hulsenfruchte vor Schwarzen Bohnenlausen und verbessert deren Geschmack. Auch Salat und Rote Bete schatzen dessen Nachbarschaft.

 

Borretsch passt gut zu Kohlrabi und anderen Kohlarten, außerdem zu Kartoffeln, Salat und Buschbohnen. Seine Bluten werden scharenweise von Insekten besucht. Borretsch ist ein Schwergewicht unter den Krautern. Er benotigt eine Flache von mindestens 30 x 30 cm. Um zu verhindern, dass er das Gemuse zu sehr bedrangt, pflanzt man ihn an den Rand des Beetes. Wird er zu machtig, reißt man die Pflanze aus und lasst sie als Mulch liegen. Man kann auch einzelne Triebe abschneiden. Die jungen, zarten, klein geschnittenen Blattchen verleihen Blattsalaten eine besondere Note, die Bluten sehen hubsch in Sommersalaten aus. 

 

Dill fordert das Auflaufen von Mohrensamen. In seiner Nahe fuhlen sich auch Salat, Kohlrabi, Tomaten, Zwiebeln oder Erdbeeren wohl. Dill ist ein Doldenblutler und wird wegen seines offen dargebotenen Nektars gerne von Schwebfliegen angeflogen. Deren Larven ernahren sich von Blattlausen. Befindet sich in der Nahe der Nektarquelle eine Lauskolonie, legen die Schwebfliegen dort ihre Eier ab. Da Dill wie alle Doldenblutler eine Pfahlwurzel besitzt, ist es besser ihn direkt an Ort und Stelle auszusaen als ihn zu verpflanzen. Vor allem bei warmer, trockener Witterung nimmt er Ortswechsel sehr ubel.

 

Pfefferminze und Kohl passen gut zusammen. Beide mogen gleichmaßig feuchten Boden. Mit Pfefferminze eingerahmte Kohlbeete halten außerdem Kohlweißlinge auf Abstand. Der Krauterstreifen sollte auf allen Seiten mindestens 30 cm breit sein.

 

Kamillen suchen sich den passenden Platz im Garten oft selbst aus. Kopfkohl, Bohnen, Erbsen, Mohren, Spinat, Salat, Lauch, Sellerie und Zwiebeln schatzen die Nahe dieses Korbblutlers.

 

Kapuzinerkresse eignet sich gut als Begleitpflanze und Bodendecker fur langsam wachsende Kulturen wie Fenchel oder Sellerie. Man muss allerdings auf ausreichend Abstand achten und verhindern, dass die Blutenpflanze das Gemuse uberwuchert.

Da Kapuzinerkresse wie Kohlgewachse mit ihrem Senfol-Duft Kohlweißlinge anlockt, sollten die beiden nicht in enger Nachbarschaft stehen. Denn die Gefahr ist groß, dass die Kohlweißlingsraupen nicht nur uber die Kapuzinerkresse herfallen, sondern auch uber die Kohlblatter. Kapuzinerkresse beschattet gerne den Boden zwischen den Kartoffelreihen. Um ihre Startbedingungen zu verbessern, ist es ratsam, die Pflanzen vorzuziehen.

 

Ringelblumen durfen in keinem Garten fehlen. Mit ihrer knallorangen Blutenfarbe leuchten sie zwar gegen viele anderen Blumen an und veranstalten im Staudenbeet ein Farbchaos. Umso besser vertragen sie sich jedoch mit nahezu allen Gemusen und Salaten: Bohnen, Gurken, Kohlgewachse, Mohren, Kopfsalat, Tomaten, Paprika, Fenchel und vielen anderen. Sie keimen problemlos, wachsen zugig und bedecken rasch kahle Flachen. Nehmen sie uberhand, rupft man uberzahlige Pflanzen aus und lasst sie als Mulch liegen. Die Bluten locken viele Insekten an und getrocknet liefern sie einen hervorragenden Tee.

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Jonas

vor 13 years 11 months

Interessant! Genau so was hat mir noch gefehlt: letzte Saison hab ich einfach frei Schnauze Kräuter zwischen das Gemüse gesetzt. Hab den Beitrag auch von den Kräuter-Fragen aus verlinkt:  -->Link  und einen Sammelbeittrag im Forum für -->Mischkultur  angelegt (wo auch hierher verlinkt wird und zu anderen Beiträgen mit Mischkultur-Themen).

Robert Eckl

vor 12 years 11 months

Hm, wir in der Fasanerie werden immer wieder inständig gebeten, Pfefferminze (, Melisse, Topinambur) nicht - oder zumindest nur in einem Topf - am Acker einzupflanzen, da sie verwildern würde und den ganzen Acker übersäen.

Originalton: ... und keine Minze, Melisse, Topinambur oder Ähnliches pflanzen- wir waren im Herbst zu zweit eine Woche beschäftigt verwilderte Minze und Melisse mit der Grabgabel auszugraben. das war kein Spaß. Würden wir das nicht tun, dann hätten wir in 2 Jahren ein Pfefferminzefeld.

Jonas

vor 12 years 11 months

Auch bei uns Krautgärtnern von den städtischen Gütern wurde gesagt, dass wir keine Minze und keinen Topinambur pflanzen sollen, siehe  -->Notizen zu den Infoveranstaltungen 2013  . Melisse wurde (noch) nicht erwähnt.

Adretta Flox

vor 12 years 11 months

Dass Pfefferminze, die Bio-Schutzpflanze schlechthin für unerwünschte Gäste, im Krautgarten nicht angepflanzt werden soll, ist ein Jammer. Denn sie hilft dem Bio-Gärtner gegen Kartoffelkäfer, vertreibt Erdflöhe und Mäuse ... Ich habe immer Minze, achte aber darauf, dass sie nicht auswildert. Wobei mir Minze nie zuviel wird, da mein Bedarf recht groß ist: für indische scharfe Minzsauce, äyptischen Tee mit frischer Minze ...

Im Spätherbst grabe ich die Wurzeln wieder aus, und pflanze sie gemeinsam mit einer Knoblauchzehe zum Überwintern in Balkonkästen. Und im Frühjahr geht alles wieder nach außen. Der Knoblauch sprießt bereits! Und die Minze zeigt auch schon ihre ersten Blätter.