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Meine Mitstreiterin Nadira und ich sind Krautgarten-Neulinge. Und ziemlich unwissend. Und es kommen eine Menge Fragen auf. Mittlerweile weiß ich zumindest schon mal was Mulchen bedeutet und dass das dem Gemüse sehr gut tut. Aber wo bekommt man nun das Material dafür her? Wir haben zB keinen Garten, sprich auch keinen Rasen den wir mähen könnten.Oder: an manchen Beeten wachsen Dinge die da offensichtlich nicht hingehören,zB haben wir an mehreren Stellen auf unserer Parzelle Kartoffeln, zumindest glaube ich dass es Kartoffeln sind. Aber da wo Kartoffeln sein sollten keine...Und wir bemühen uns, unsere Beete zu Harken und das Unkraut einigermaßen zu entfernen. Aber auf dem besagten Kartoffelbeet ist zB relativ viel Unkraut, so dass wir da nicht richtig rangehen wollen, weil ja die Kartoffelpflanzen noch nicht zu sehen sind. Und man hat mir auch erzählt, dass die Pflanzen es nicht mögen, wenn zu viel geharkt wird.Also muss man das Unkraut praktisch alles per Hand ausrupfen?Wem geht es ähnlich oder wer weiß ein paar Antworten?Ich habe mir heute schon den "Bio-Garten-Ratgeber" von Andrea Heistinger gekauft (nicht den 600-Seiten-Schinken) und hoffe, daraus zumindest ein paar Erkenntnisse zu gewinnen, aber alle Fragen beantwortet der mir nicht.
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Wegen mulchen muss man beim Gut Riem am -->Krautgarten-Telephon fragen: wir als -->Bioland -Gärtner dürfen ja nicht alles verwenden (ich nehme an, es ist ein Krautgarten des städtischen Gutes Riem): der Mulch muss rückstandskontrolliert und gemäß regionaler Bioland-Betriebsmittelliste 2015 zugelassen sein (es variiert von Jahr zu Jahr: in Hohenbrunn hatten sie einmal Erde von einem Bauern, die zugelassen war, nächstes Jahr war sie zu belastet und nicht mehr zugelassen).
PS: Ich mulche nicht viel: nur mit den Ernteresten von meiner Parzelle (WaGraDaI: was grad da ist): Radieschenblätter, Fenchelstiele, Karottenkraut, ... (nicht mulchen tue ich mit Kohlblättern: das macht mir einen zu pilzigen Eindruck). So bleiben die Nährstoffe auf der Parzelle und es ist nicht so feucht wie bei dickem Mulch (was in den Gartenbüchern immer steht), sodass sich die Schnecken (die Gammliges und Feuchtes mögen) nicht so wohl fühlen.
Bei den Kartoffeln muss man beim Jäten vorsichtig sein, auch wenn sie zu sehen sind: die beginnen jetzt zu kommen, siehe Diskussion und Bild beim -->Beikraut/Pflanzenraten .
Zum Hacken sagte das Gut Riem bei einer der früheren -->Infoveranstaltungen , dass es das tiefe Wurzelwachstum anregt (vermutlich weil die oberen Wurzeln teilweise abgetrennt werden?) und die Pflanzen durch tiefere Wurzeln resistenter gegen Trockenheit sind (hacken statt viel giessen). Auch wird beim Hacken die Oberflächenkruste und Spalten/Löcher die tief gehen gestopft, d.h. Wasser verdunstet nicht so leicht. Andererseits hole ich durch häten (Mischung aus Hacken und Jäten mit einer -->Wurzelkralle oder einem -->Sauzahn ) auch immer wieder Regenwürmer aus ihrer Ruhe und frage mich auch, ob ich das Bodenleben nicht durcheinanderbringe.
Im Handbuch der kleinen Gemüsekunde (ein PDF, das online ist) bei unseren - ->Garten-Büchern/Links wird das Hacken auch empfohlen, allerdings ohne Begründung.
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Noch jemand Antworten? Mich würde eine genauere Begründung für das Hacken auch interessieren.
Ich hab bei den Infoveranstaltungen ab 2012 mitprotokolliert und das -->hier im Forum eingestellt (Links zu früheren Jahren ganz oben). Es fällt jedesmal etwas anders aus (je nach Nachfragen) und in 2 Stunden kann man auch nicht alles sagen .. ihr habt also nicht der Weisheit letzten Schluß versäumt. Das Gut Riem meinte, man solle einfach bei den erfahreneren KrautgärtnerInnen schauen, was die so machen. Wir in Riem können auch noch schauen was die Profis vom Gut Riem selber machen (die haben auch meist eine Parzelle), aber die kochen auch nur mit Wasser ..
Ich hab auch als "Erstsemester" mal aufgeschrieben, was ich so gelernt habe: -->Link (gibt natürlich noch viel mehr Info, siehe Inhaltsverzeichnis auf der Hauptseite des Forums), und im zweiten Jahr auch eine ganze Saison jede Woche bildlich dokumentiert: -->Link . Man braucht Geduld und Gelassenheit (beides kann ich gut gebrauchen :-) ..) und darf sich nicht drausbringen lassen, wenn Pfanzen kaputtgehen: einfach Bio-Saatgut besorgen und aussäen oder direkt Bio-Jungpflanzen besorgen. Ich ziehe z.B. Mais vor, aber der ist so schwach gegen den Wind (ist er im Zimmer zuhause nicht gewöhnt), dass er leicht umknickt: egal, einfach ein neues Maiskorn daneben, und warten .. Ich will halt immer schnell starken Mais, damit ich ihn bald als "Stange" für Stangenbohnen nutzen kann, siehe -->Milpa-Mischkultur . Interessant für euch ist vielleicht auch das was es hier im Forum zu -->Gründüngung gibt. ---
PS: Sorry, wenn ich manchmal so schnell antworte und anderen dadurch evtl. das Wort nehme, aber sobald es um "bio" geht, fühle ich mich als Admin verantwortlich den Link zu unseren -->Bioland-Richtlinien zu setzen (das einfach als Hintergrundrauschen ignorieren).
durch das harken oder hacken - wird die erdoberfläche aufgekratzt, die erde bleibt feingrümelig, der boden wird durchlüftet und das regenwasser kommt besser zu den wurzeln. das ist die ganze hexerei. zusätzlich stört man das wachstum der kleinen unkräuter. quecke und co bekommt man so nicht raus, da brauchts einen sauzahn oder ähnliches.
mulchen mach ich mit grasschnitt von zu hause (der rasen wird auch nur gemulcht von zeit zu zeit im herbst und nie mineralisch gedüngt).
erde von außerhalb verwenden wir gar keine, außer der aussaaterde bei den empfindlichen jungpflanzen. die ist mit stempel zertifiziert. die ganzen sog. "bioerden" dies in den üblichen märkten gibt sind leider alle nicht "bioland-bio". zumindest hab ich noch keine gefunden. in manchen "bio" erden ist sogar torf drinnen... wieso die dann bio raufschreiben dürfen konnte mir noch niemand erklären.
ps: lieber jonas du bist schnell, aber auch gut. ;-)
Hallo Eva,
ich verwende nur Erntereste vom Acker. Beispiel: Karottenkraut, Fenchelkraut (soweit ich es nicht esse), aber keinen Kohl, weil der mir zu sehr verplizt (den lege ich auf das Kompostbeet = Platz hinter den Pfosten ohne Schild).
Alles was vom Acker selbst kommt, ist von den -->Bioland-Regeln her unkritisch. Ich habe zuhause zwei Komposte: einen Kompost mit Resten vom Acker: die nehme ich wieder mit zum Acker und mulche damit oder lege sie auf das Kompostbeet; der Rest kommt in die braune Tonne (im Sommer fast nichts, weil ich nichts im Bioladen zukaufen muss, an Gemüse).
Bei Saatgut und Jungpflanzen gibt es ein Bio-Siegel, bei den anderen Zutaten müssen wir beim Gut Riem am -->Krautgarten-Telephon nachfragen, jede Saison neu: die regionale Bioland-Betriebsmittelliste kann jedes Jahr anders sein. Wir sind als KrautgärtnerInnen im Erzeuger-Bereich und da ist alles grösser: für die vielen Tonnen (1000kg) Erde der AWM (Stadt München) lohnt sich eine Messung der Schadstoffbelastung (Schwermetalle, Pestizide, ..), aber vermutlich nicht für die Gemüsereste von Eva ..
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Ernte-Reste mit denen ich mulche, schneide ich so klein, dass sie keine Feuchte-Herde für Schnecken bilden (Erfahrung sammeln). Das was auf das Kompostbeet kommt, zerteile ich nicht, lockere ich aber immer wieder auf, sodass keine Schnecken-Nester entstehen, siehe -->Nützlinge/Schädlinge
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Düngen lohnt laut Info-Veranstaltung des Gutes Riem erst, wenn die Pflanzen grösser sind (was nicht aufgenommen werden kann, geht ins Grundwasser, insbesondere wenn es viel regnet). Wir haben auch eine Grunddüngung, die untergrpflügt wird, und die bereits den ganzen Anfang abdecken kann. (Ich selber dünge erst sehr spät und mache auch Versuche mit -->Gründüngung (Phacelia, ...), oder mit Pflanzen, die Stickstoff binden (Bohnen, ...): es gab letztes Jahr beim zweiten Jungpflanzenverkauf Saatgut für Gründüngung).
Bei dem Bild handelt es sich vermutlich um Spitzkohl (Wirsing ist etwas zackiger an den Blatträndern und anders gemustert), der von Schnecken angefressen wurde).
Ich selber (auch im 5. Jahr noch Laie) lese die Schnecken regelmässig ab, und bearbeite regelmässig alle Beete: das zerstört mögliche Gelege der Schnecken und ich lasse keine feuchten Verstecke: es ist ein Spiel: zu nackte Erde wird leichter fest und trocknet leichter aus, zu feuchte/dichte Gründüngung/Mulch aus Pflanzenresten und die Schnecken freuen sich über schöne feuchte Rückzugsgebiete und Ablageplätze für ihre Eier. Zu dichte Bepflanzung hindert das Wachstum, zu dünnes und der Boden ist nackt ..
Ich habe keine grosse Statistik: ich hab nur mal ein Beet ziemlich dicht mit der gekauften Gründüngung bepflanzt: da waren die Schnecken drin: seitdem mache ich eine dichte Bepflanzung nur noch im Herbst, als Gründüngung und Schutz gegen Erosion).
Bild 3 ist ein Fenchel und eine Kartoffel: wenn Du die Kartoffel ausbuddelst, machst Du womöglich den Fenchel kaputt? Andererseits könnte die Kartoffel den Fenchel hemmen? Wenn ich eine Kartoffel separat finde (Reste von letztem Jahr, die früher austreiben als die gelegten, weil länger im Boden), dann setze ich sie evtl. um, aber nur weil ich sie dann bei der Kartoffelkäferkontrolle nicht so leicht vergesse: ansonsten lasse ich sie da, wo sie ist: wenn sie wächst, wächst sie. (Fenchel ist früher reif als die Kartoffel, d.h. er behindert auch nicht bei der Ernte). Vielleicht entdeckt man ja so zufällig die ideale -->Mischkultur , wer weiß.
Aber ich mag völlig falsch liegen: auch andere Quellen konsultieren.
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Bio-Saatgut bekommt man bei den Bio-Versendern eigentlich alles: -->Link . Das, was es bei den Bioläden gibt, variiert immer etwas: Tagetes habe ich dieses Jahr im Vollcorner an der Denninger/Warthe-Strasse noch nicht gesehen.
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Ja, es sind oft nur wenige Menschen am Acker. Aber trotzdem kann man teilweise sehen, was die anderen so machen. Geduld (fällt mir auch schwer, immer noch). Und nach einer Weile (schon wieder Geduld) trifft man auch andere. Früher habe ich bei den ÖBZ-Sonntagscafés regelmässig Treffen von KrautgärtnerInnen (ausserhalb der "Arbeitszeit" am Acker :-) ..) angeregt, aber der "Zustrom" war eher gering, d.h. ich habe das aufgegeben. Ich selber gehe da immer noch hin, wenn ich Zeit habe, siehe die Termine auf der Haupseite. Den Tag der offenen Gartentür (am So 28.6.) werde ich wieder per Newsletter bewerben, vielleicht kommen da wieder ein paar KrautgärtnerInnen.
Viele Grüße,
Jonas.