By Sascha, 31 Mai, 2020
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Hallo Jonas und Krautgärtner ,

hat jemand Erfahrungen mir Terra preta (Planzenkohle mit Humus) als Dünger  gemacht? Ich habe in den bisherigen Beiträgen nichts gefunden und würde gerne wissen welche man da gut kaufen kann, wenn man die nicht selber machen kann ? Würde mich über Antworten freuen.

Beste Grüße, Sascha

Jonas

vor 5 years 10 months

Hallo Sascha,

zu allererst muss man beim -->Gut Riem nachfragen, ob Terra Preta bei Bioland überhaupt zulässig ist (wir Krautgärtner*innen der Stadtgüter München sind ja vertraglich an die Bioland-Regeln gebunden) und ob das Gut das aus anderen Gründen nicht zulässt (wechselnde Parzellen, Vorgaben des Eigentümers des Bodens, Vorgaben der Kommune, jährliches Pflügen, usw.).

Viele Grüße,
Jonas.

Sascha

vor 5 years 10 months

Antwort auf von Jonas

Hallo Jonas,

natürlich, ich hätte auf jeden Fall nachgefragt. Ich habe momentan gar kein Feld. Ich möchte nächstes Jahr wieder dabei sein. Ich bin nur neulich auf das Thema gestoßen und wollte mich mal grundsätzlich informieren. Terra preta ist ja wohl eine Mischung aus 9 Teile Humus und 1 Teil Pflanzen/Holzkohle und wirkt wohl als Nährstoffspeicher über Jahre und wird  auch zur CO2 Einlagerung verwendet . Ich fand das Thema daher grundsätzlich für die Krautgärten interessant.

Beste Grüße, Sascha

 

 

Jonas

vor 5 years 10 months

Hallo Sascha,

allgemein finde ich es auch intereressant:
https://de.wikipedia.org/wiki/Terra_preta

Ein Referent des Umweltbundesamtes meinte 2009, es solle noch geforscht werden: ich weiß nicht, ob das in der Zwischenzeit schon geschehen ist .. https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/421/dokumente/08_pieplow_terrapreta.pdf

Ich sehe die behaupteten Vorteile, aber mir selber ist bei "Kohle" im Boden etwas unwohl: Holzkohle ist natürlich nicht Steinkohle, aber ich assoziiere Schwermetalle, giftigen Russ, Quecksilber .. Das würde bei Bioland aber sowieso ausgemustert, weil alle Zusatzstoffe streng reglementiert sind und Kompost usw. auf Verschmutzung (Schwermetalle, ..) geprüft wird, chargenweise, d.h. da geht es nicht um das kleine Tütchen für die Krautgärnter*in, sondern um Mengen im Bereich von Tonnen, sodass sich die chemisch/physikalische Analyse der Proben überhaupt lohnt .. Die ganze Bio-Gesetzgebung ist klar auf den professionellen Agrarbetrieb und nicht auf uns Krautgärntner*innen ausgelegt: ich hab mich am Anfang meiner Zeit als Bioland-Gärtner mal damit beschäftigt: Basis für EU-Bio war damals (2011) die jährlich neue, allgemeine -->Betriebsmittelliste des FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau), die dann von den noch strengeren alteingesessen Bio-Anbauverbänden (Demeter, Bioland, Naturland, usw.) angepasst wurde, und die es bei Bioland auch noch in einer regionalen Version gibt (die für uns gilt, und die das Gut Riem hat: ich hab mir das neugierigkeitshalber mal gekauft: das macht keinen Sinn), und zusätzlich müssen für einzelne Massnahmen von den Betrieben auch noch Indikationen (warum wird was von der Liste wie angewendet) gestellt werden. Kontrolliert wurde (1990, mein letzter Wissensstand dazu, von einem Bioland-Bauer) bei Bioland in lokalen Arbeitsgruppen und in unangekündigten Kontrollen, die wesentlich öfter waren als EU-Bio.

Viele Grüße,
Jonas

Hallo Jonas ,

vielen Dank für die Informationen !

Viele Grüße , Sascha

Hallo Jonas,

danke, den schaue ich mir auf jeden Fall an. Ich habe letztes Jahr an einem Beitrag über CO2 Einlagerung für Xenius/Arte  mitgearbeitet.

Daher kam mein Interesse, weshalb ich mich auch an dich gewendet habe. :-)

Schöne WE  , Sascha