Berichte von Riemer KrautgärtnerInnen zu Niederschlag, Bodenfeuchtigkeit, Hagelschaden, Schädlingsbefall, was wird reif, was überreif, ... (manche wohnen ja weit weg vom Acker). JedeR, die/der Lust hat, kann ergänzen oder korrigieren.
Für die Ackerberichte der anderen Krautgarten-Standorte siehe -->Link-Liste
(leider wurden die Inhalte vor dem 27.5.2013 durch die Migration des Forums abgeschnitten.
Sie sind noch vorhanden, aber noch nicht in kompatibler Form ..).
Mi 16.10.2013 (für Di 15.10.2013 , abends):
Bilder: zur Zeit ist es wieder relativ mild (Schmetteriling am Balkon), die Blumen am Acker blühen noch (Cosmea, aber auch Ringelblumen, sogar Sonnenblumen), dem Grünkohl gefällt das Wetter (und auch sonst noch viel da: nachgewachsener Fenchel, Spitzkohl, Sellerie, Wirsing, Salat, roote Beete, Karotten ...), nur die erfrorenen Zucchini sehen ziemlich seltsam aus, fast wie Ackerkunst ...
Am Transition-Stammtisch, der als Alternative für das Krautgarten-Treffen angeboten wurde, waren 14 Menschen, darunter 2 Krautgärtner (und auch sonstige Garteninteressierte), siehe -->Bericht .
Do 24.10.2013 , nachmittags: es blüht herbstlich (Bilder).
Langsam gehen einzelne Gemüse aus (roote Beete, Karotten), aber es gibt immer noch genug anderes (Spitzkohl, Wirsing, Lauch, Grünkohl, Sellerie, Mangold, Salat (Zuckerhut, Asia, Rauke), Kräuter, und sogar noch nachgewachsenen Fenchel.
Zum Fenchel: nicht ausreissen, knapp über dem Boden abschneiden, dann kommen an den Seiten je eine neue Fenchelknolle nach (ging bei mir schneller als nachgepflanzte Jungpflanzen. Zum Fenchel auch noch der Hinweis einer Krautgärtnerin, dass es verschiedene Sorten gibt: eine auf Samen spezialisierte und eine auf Knolle: bei der Knollenvariante kann es gut sein, dass die zwar schosst und blüht, aber dann nicht mehr ausreift (Fenchel-Gewürz/Tee), siehe Blog zu -->Fenchelsamen bzw. Gemüsesammlung, dort -->Fenchel .
Einer Krautgärtnerin wurden alle Stangensellerie geklaut. Mit dem Klau müsste irgendwas geschehen. Vielleicht eine Art Ackerausweis, damit man ein wenig mehr soziale Kontrolle hat? (wäre auch wieder Aufwand für das Gut, und man braucht evtl. auch zwei Karten, wg. Stellvertretung, usw., aber als Anregung ...) und auf den Hinweis-Schildern auch die Nummer der lokalen Polizeidienststelle anzubringen, sowie die Androhung einer Anzeige bei Diebstahl. Ich würde jedenfalls Anzeige erstatten, wenn ich jemand erwische: ich finde das unverschämt, den Leuten das Gemüse zu klauen. Die Krautgarten-Parzellen sind für jeden bezahlbar (der Stadt München sei Dank). (Ich beschwichtige sonst manchmal etwas, damit die Beklauten nicht so frustiert sind, aber ich finde das auch übel und das nahende Ende der Saison mit dem Feedback-Formular lässt mich über mögliche Verbesserungen nachdenken).
Ich glaube, es würde schon helfen, wenn das Hofgut im nächsten Jahr zuverlässig ein Schild (am besten zwei, an jeder Seite des Felds eines) aufstellt, dass es sich um einen Krautgarten handelt und auch von Anfang an den Zaun aufstellt. Hundebesitzer haben mir gegenüber förmlich frohlockt und sich amüsiert, weil nirgends stand, dass sie nicht mit den Hunden mitten durch unser Feld gehen sollen. Wir sollten alle im Feedbackbogen Frau Kleinöder um Schilder und Zaun von Anfang an bitten. Und auch anregen, dass auf den Schildern ganz deutlich und unmissverständlich darauf hingewiesen wird, dass Diebstahl eine Anzeige zur Folge hat.
ausweiskontrolle am feld - das wäre für mich eine ganz furchtbare vorstellung. abgesehen davon ist es nicht wirklich durchführbar, weil zb auf unserem schulacker an die 10 personen mitarbeiten, die oft auch alleine dort sind.
bei uns ist auch was weggekommen - durch menschen aber auch durch die wühlmäuse (die haben zb 7 unserer sellerieknollen ratzeputz weggefuttert). ich finde das ungerecht, ärgere mich auch, denke mir dann aber immer, ich hoffe derjenige der es genommen hat kann es brauchen, möglicherweise lindert es auch so manche not. das ändert natürlich nichts am tatbestand des diebstahls, aber es ändert meine perspektive dazu.
prinzipiell ist wahrscheinlich soziale kontrolle immer noch das beste mittel um diebstahl von außen (es wird auch innerhalb des krautgartens von anderen parzellen geklaut, hab ich selbst schon mitbekommen) gegenzuwirken. dh acker so oft wie möglich bevölkern, die leute kennen lernen damit man weiß wer dazugehört und wer nicht.
In Riem ist das schwierig mit der sozialen Kontrolle, weil es so gross ist, dass man gar nicht alle kennen kann (die Leute weiter vorne sah ich dieses Jahr teilweise nur als kleine Punkte ...). Der Gedanke war, dass man mit Ausweiskarte dann auch mal hingehen kann und nach der Karte fragen (das muss natürlich "statthaft" sein, wäre aber auch im Sinne der "Kontrollierten"): ohne Karte bekommt man von den Dieben natürlich eine Ausrede serviert. Wohl ist mir bei dem Vorschlag auch nicht (es hat was Blockwart-artiges, und das ist befremdlich), aber mir fiel nichts Besseres ein: bei einem kleinen Gemeinschaftsgarten kennen sich die Leute, aber bei grossen Krautgärten-Standorten mit Fluktuation ...
Der Sellerie wurde aus dem schützenden Netztunnel heraus geklaut, da helfen keine Schilder? Für die Hunde und Fremde wäre ein Schild aber sicher hilfreich.
Ich rege mich auch deshalb darüber auf, weil es angeblich mal einen indirekten Kontakt in die Nähe von Acker-Dieben gab: der Hinweis auf die Möglichkeit, eine eigene Parzelle sehr günstig zu haben, wurde angeblich mit der Antwort beschieden, das mache zu viel Arbeit. Von daher ist mein Verständnis für die Klauerei inzwischen gleich Null: anscheinend geht es da nicht um soziale Benachteiligung/Geldnot, sondern um Faulheit, Frechheit und das Fehlen moralischer Kategorien (wie generell in unserer Gesellschaft weit verbreitet?). Das werden wir auf dem Acker sicher nicht beheben können, aber ich bin wütend (auch wenn bei mir selber nur wenig weggekommen ist), wenn ich diesen Kontext habe und dann den Frust der Leute lese/höre.
Ich hab auch schon mal zwei fremde junge Männer am Acker angesprochen (wobei mir ziemlich mulmig war), die Karotten von einer Parzelle zogen und sich auf meine vorsichtig formulierten Fragen, was sie denn da machen, wieder vom Acker verzogen ... Laisser faire führt meiner Ansicht nach nur dazu, dass sich der Acker als Selbstbedienungsladen herumspricht und die aktiveren Krautgärtner (von deren gepflegten und vieltragenden Parzellen vornehmlich geklaut wird) frustriert nach einem eigenem Garten mit Zaun, Schloss und Sichtschutz schielen (wobei das auch nur begrenzt hilft: ich kenne einen Schrebergarten, wo regelmässig in die Häuschen eingebrochen wird ...).
Angeblich gab es auch schon mal eine Anzeige, die aber wieder zurückgezogen wurde, bevor es zur Verhandlung kam. Die implizite Botschaft lautet dann: da passiert ja gar nichts. Ich werde jedenfalls bei ausreichender Beweislage Anzeige erstatten und diese ggf. auch nicht zurückziehen. (Das war auch das probate Gegenmittel gegen die Burschenschaft neben mir: zivilisiert wurde die erst, als die Polizei wegen der vielen (von vielen Nachbarn gemeldeten) Ruhestörungen von sich aus Anzeige erstattete und die Geldstrafe wohl ein gewisses Nachdenken ausgelöst hat und sich das sogar von Jahrgang zu Jahrgang herumspricht ... Wenn die Geldstrafe höher als die Pacht der Parzelle ist oder als der Preis im Laden, dann lohnt es sich? Bitte sehr, wer es so braucht, der bekommt es auch so ... ganz moralfrei und marktwirtschaftlich ...). In Berg-am-Laim hat es wohl auch schon Vandalismus durch betrunkene Jugendliche gegeben: da wäre ich ebenfalls nicht zimperlich mit einer Anzeige (Photos machen, Zeugen suchen, ...).
Naja, hoffen wir, dass es mit mehr sozialer Kontrolle (wie auch immer) und ggf. Anzeigen besser wird.
Natürlich können Schilder keine "wild entschlossenen" Diebe vom (Selerie-) Klau abhalten, ebensowenig wie es die soziale Kontrolle bzw. das Ansprechen kann. Ich glaube aber schon, dass sich so mancher "Gelegenheitsdieb" einfach einredet, dass sich auf einem unbeschilderten Acker, der offensichtlich niemandem gehört, jeder einfach so bedienen kann. Da kann es doch zumindest für die harmloseren Gelegenheitsdiebe eine Abschreckung sein, wenn sie unmissverständlich und schwarz auf weiß lesen, dass es sich um Privateigentum handelt, dass sie da verbotenerweise mitgehen lassen. (Und mal ganz streng genommen: Vielleicht gibt es ja sogar irgendwo Gemeinschaftsäcker, wo man sich was mitnehmen darf?).
ich bin zu sehr von unserer situation in hohenbrunn ausgegangen, dass ist in der tat kleiner, persönlicher und auch von einem dörflichen umfeld geprägt. ich glaub allein daher kommt viel mehr soziale kontrolle, als in riem, dass zwar idyllisch liegt, aber umgeben ist von der sozialen struktur einer großstadt.
die frage ist daher eigentlich, was kann man im und um den jeweiligen krautgarten verändern, dass sich diebe unwohler fühlen. die ausweiskontrolle ist eine möglichkeit, gibt es noch andere? weniger aufwendige? generell ist es aber auch hier so wie anderswo: klauen gehört zur gesellschaft wie andere probleme auch. die üblichen mittel würde ich auf alle fälle auch nutzen, so man denn beweise hat. weil eine anzeige gegen unbekannt ist immer so eine sache die gerne mal viel aufwand bringt und im nirvana landet. vielleicht überlegt man bei den infoveranstaltungen ja mal gemeinsam, was so möglichkeiten wären. viele köpfe bringen viele ideen...
wobei ich die tafeln auch sehr hilfreich empfand und es schade fande, dass sie in hohenbrunn heuer nicht standen.
vandalismus ist ganz schwer zu bekämpfen, weil dieses problem einen ganz anderen ausgangspunkt hat.
Schild hatte ich schon mal nachgefragt am Telephon, ist aber wohl untergegangen. Naja, nächste Saison.
Als Auflockerung dieser schwierigen Materie zwischendrin ein Bild von den alles in allem schönen Krautgärten ... kleinen Eimer Harmonie drüberkippen, gut durchrühren ;-) ...
Magic moment am Acker ...
gäbs einen gefällt mir button hätt ich ihn jetzt geklickt...
tolles foto
Button gibt's nur für die Gesamtdiskussion. Vielleicht ändert sich das ja, wenn die neue Version der Forumsoftware irgendwann kommt (es ist ein Ning-Forum).
Das Photo finde ich auch schön. Mehr Photos (die Blumen am ÖBZ teilweise unscharf, aber egal), für die Winterzeit: -->Plauderecke (dort ist auch obiges Photo). Es ist erstaunlich, was die Natur alles hervorbringt.